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Netzwerktreffen Handwerk international 2026: Impulse für die Berufsbildungszusammenarbeit und Fachkräftesicherung

Unter der Leitfrage, wie das Handwerk die internationale Zusammenarbeit in Zeiten knapper werdender Budgets zukunftsfähig gestalten kann, kamen am 18. und 19. Juni 2026 Vertreterinnen und Vertreter aus Handwerksorganisationen, Politik, Wirtschaft und internationalen Projekten in der GIZ-Repräsentanz in Berlin zusammen. Das vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) gemeinsame mit der Agentur für Wirtschaft und Entwicklung innerhalb der Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit organisierte Netzwerktreffen „Handwerk international 2026“ bot den Teilnehmenden eine Plattform, um über aktuelle Entwicklungen, Erwerbsmigration, internationale Projektarbeit sowie die Zukunft der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) und der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit (IBBZ) zu beraten.

Strategischer Austausch und politische Zusagen in herausfordernden Zeiten

Angesichts weltweiter Transformationsprozesse und haushaltspolitischer Konsolidierungen stand die Frage im Fokus, wie wirksame Kooperationen trotz sinkender Budgets aufrechterhalten werden können. Die anwesenden Akteure betonten, dass die fundierte Expertise aus dem deutschen Handwerk für eine nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit unverzichtbar bleibe. Um dieses Potenzial auch künftig voll auszuschöpfen, plädierten die Beteiligten für eine weiterhin angemessene Berücksichtigung des Handwerks in der Programm- und Budgetplanung der Bundesressorts.

Ein wichtiges Signal für Planungssicherheit setzte in diesem Zusammenhang Benjamin Knödler vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ): Er sicherte zu, dass bei den Kammer- und Verbandspartnerschaften (KVP) sowie den Berufsbildungspartnerschaften (BBP) keine weiteren Mittelstreichungen vorgenommen werden und der „HandwerksfondsPlus“ erhalten bleibt. Zudem erhielten die Teilnehmenden Einblicke in die neue BMZ-Fachkräfteallianz „WeFair“.

Impression Netzwerktreffen: Doppelinterview
Benjamin Knödler (BMZ) und Stefan Schneider (BMBFSFJ) im Doppelinterview mit Sophia Grunert (ZDH) und Erik Ruh (GIZ). Bild: ZDH, Camargo Klasen

Zehn Jahre SCIVET-Koordinierungsstelle und „Internationaler Meister“

Das diesjährige Treffen stand im Zeichen eines doppelten Jubiläums, das die Professionalisierung der internationalen Arbeit im Handwerk unterstreicht:

  • Zehn Jahre SCIVET-Koordinierungsstelle: Seit einer Dekade fungiert die SCIVET-Koordinierungsstelle im ZDH als zentraler Ansprechpartner und Schnittstelle für die internationale Berufsbildungszusammenarbeit im Handwerk.
  • Zehn Jahre Fortbildung „Internationaler Meister“: Ebenfalls seit zehn Jahren qualifiziert die Handwerkskammer (HWK) Frankfurt-Rhein-Main Handwerkerinnen und Handwerker gezielt für Auslandseinsätze. Mehr als 100 Absolventinnen und Absolventen haben diese Weiterbildung seither erfolgreich durchlaufen und tragen seither deutsches Berufsbildungs-Know-how in weltweite Projekte.

Breite Vernetzung und fachliche Impulse

Die Relevanz des direkten, partnerschaftlichen Dialogs spiegelte sich in der Bandbreite der vertretenen Institutionen wider. Neben dem ZDH und der Koordinierungsstelle SCIVET brachten sich Akteure wie die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die sequa gGmbH, der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), GOVET sowie der Senior Expert Service (SES) aktiv in die Debatten ein.

In Fachvorträgen, einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion und praxisnahen Workshops wurden konkrete Schwerpunkte erarbeitet:

  • Fachkräftesicherung und Migration: Diskussionen über strukturierte Erwerbsmigration und die nachhaltige Gewinnung ausländischer Fachkräfte.
  • Berufliche Bildung als Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung: Fachbeiträge des BMZ sowie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zeigten auf, wie berufliche Bildung nachhaltige Strukturen in Partnerländern etablieren kann.
  • Praxisorientierte Workshops: Arbeitsgruppen befassten sich mit konkreten operativen Themen wie dem Arbeitsschutz in Partnerländern, dem Konzept der „MaintenanceUnit“ und der Bedeutung des Textilhandwerks in Entwicklungsländern.

Impressionen vom Netzwerktreffen Handwerk international 2026. Alle Bilder: ZDH, Camargo Klasen

Kooperation auf Augenhöhe als Erfolgsfaktor

Sowohl in den Podiumsdiskussionen als auch in den informellen Netzwerkpausen wurde deutlich, dass der partnerschaftliche Austausch auf Augenhöhe das Fundament erfolgreicher Auslandsarbeit bildet. Das Zusammenspiel verschiedener Akteure – von erfahrenen Fachkräften im Ruhestand über aktive Betriebsinhaber bis hin zu institutionellen Partnern – sichert die Qualität und die Breitenwirkung der Projekte. Die Teilnehmenden zogen ein positives Fazit: Das Netzwerktreffen hat verdeutlicht, dass das Handwerk über die notwendige Agilität und Praxiskompetenz verfügt, um globale Herausforderungen in der Berufsbildung auch unter veränderten Rahmenbedingungen erfolgreich mitzugestalten.

Gruppenbild vom Netzwerktreffen Handwerk international 2026
Die Teilnehmenden des Netzwerktreffens Handwerk international 2026. Bild: ZDH, Camargo Klasen
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