International Vocational Education & Training

Das Handwerk als Partner in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit

Internationale Berufsbildungszusammenarbeit des Handwerks – was ist das?

Unter Internationaler Berufsbildungszusammenarbeit (IBZ) versteht das Handwerk einerseits Beratung zu systemischen, konzeptionellen und operativen Aspekten der Berufsbildung sowie andererseits alle Produkte und Leistungen zum Zweck der beruflichen Aus- und Weiterbildung, die von deutschen Anbietern im Ausland oder für ausländische Kunden in Deutschland erbracht werden. Die SCIVET-Koordinierungsstelle ist der zentrale Ansprechpartner für die IBZ des Handwerks – sowohl für Mitglieder der Handwerksorganisation als auch für potentielle Partner.

IBZ-Projekte des Handwerks sind vielfältig und unterscheiden sich in Umfang und Laufzeit. Die Art der Projekte reicht dabei von mehrjährigen systemischen Beratungsprojekten im Rahmen von Partnerschaften mit ausländischen Kammern oder Verbänden bis hin zu Ausbilder- oder Fachkräfteschulungen von wenigen Wochen. Die SCIVET-Koordinierungsstelle verfügt über einen umfassenden Überblick der verfügbaren Angebote im deutschen Handwerk und kann diese schnell und effizient dahin vermitteln, wo sie gebraucht werden.

Die Mobilität von Auszubildenden oder Ausbildungspersonal aus und nach Deutschland zum Zwecke des kulturellen Austauschs stellt einen separaten Tätigkeitsbereich außerhalb der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit dar.

Quelle: amh-online

Was macht die deutsche Handwerksorganisation zu einem kompetenten Partner in der internationalen Berufsbildungszusammenarbeit?

Die Mitglieder der deutschen Handwerksorganisation sind eine tragende Säule des dualen Berufsbildungssystems in Deutschland. Sie vertreten die Interessen der Handwerkerinnen und Handwerker in allen politischen Fragen – auch in bildungspolitischen. Fachverbände gestalten die Grundlagen der Aus- und Fortbildungen wesentlich mit und Handwerkskammern sorgen während der Durchführung insbesondere für die Qualitätssicherung. Bildungszentren des Handwerks bieten eine wichtige Ergänzung zur betrieblichen Ausbildung und ermöglichen so auch spezialisierten kleinen und mittleren Unternehmen, junge Leute zu qualifizierten Fachkräften umfassend auszubilden. Die durch all diese Aktivitäten erworbene Erfahrung und Expertise kann das Handwerk gezielt in internationale Kooperationen einbringen.

Quelle: amh-online

Welchen Ansatz hat das Handwerk in der Internationalen Berufsbildungszusammenarbeit?

Mit seiner hohen Qualität hat das deutsche Berufsbildungssystem für viele internationale Partner des Handwerks einen Modellcharakter. Damit wird es automatisch zum Qualitäts-Benchmark für die Unterstützung, die deutsche Handwerksakteure dabei leisten, qualitativ hochwertige berufliche Bildung auch außerhalb Deutschlands zu realisieren. Das Handwerk ist überzeugt, dass die Qualität der beruflichen Ausbildung in Deutschland auf dem historisch gewachsenen dualen System basiert. Deswegen lässt sich das Handwerk von den Prinzipien des dualen Systems leiten – bei jeder Aktivität. Dabei geht es nicht darum, deutsche Lösungen 1:1 ins Ausland zu exportieren, sondern darum, hochwertige Lösungen für den Qualifikationsbedarf eines Partnerlandes zu entwickeln. Die Qualität einer Ausbildungsregelung beispielsweise bemisst sich nicht danach, wie ähnlich sie einer deutschen Ausbildungsordnung ist, sondern ob sie die Kompetenzen beschreibt, die eine ausgebildete Fachkraft im Partnerland haben sollte. Anstatt also das deutsche duale System als Kopiervorlage zu sehen, verwenden die Einrichtungen des Handwerks das duale Berufsbildungssystem in Deutschland als Orientierung für lokal angepasste Lösungen. Hilfsmittel sind dabei die Systemischen Qualitätsstandards des Handwerks für die Internationale Berufsbildungszusammenarbeit. Sie beschreiben die zentralen Eigenschaften, die für hohe Qualität in einem dualen Berufsbildungssystems sorgen. Auf diesen Qualitätsstandards basieren die SCIVET-Instrumente, auf die Einrichtungen des deutschen Handwerks zur Durchführung ihrer Projekte zurückgreifen können. So ist die Grundlage für eine klare Orientierung an einem übergeordneten Ziel gegeben, aber auch Gestaltungsspielraum vorhanden für Lösungen, die zu den Rahmenbedingungen im Partnerland passen. Denn der wirtschaftliche, soziale, kulturelle und gesellschaftliche Kontext im Partnerland ist in der IBZ genauso maßgebend wie die Orientierung an klaren Qualitätsstandards.

Das deutsche Handwerk plant IBZ-Aktivitäten strategisch und auf Augenhöhe mit dem internationalen Partner und berücksichtigt dabei gegebenenfalls die Aktivitäten anderer Akteure im Bereich der Berufsbildung im Partnerland. Dafür steht Handwerksakteuren der SCIVET-Strategiebaukasten zur Verfügung.

Das „SCIVET-Handbuch basic. Der systemische Ansatz der Handwerksorganisation in der Internationalen Berufsbildungszusammenarbeit“ enthält ausführlichere Informationen zum Ansatz des deutschen Handwerks und zu den SCIVET-Instrumenten. Zum Downloadbereich